KARL MICKEL

Veranstaltungen zu Mickels 80. Geburtstag und 15. Todestag mit Freunden, Weggefährten, Schülern

Berlin, Literaturforum im Brecht-Haus, Do. 25. Juni 2015, 20 Uhr
"Der hochgelehrte Kauz." Ein Abend zu Ehren von Karl Mickel

Dresden, Societaetstheater, Di. 30. Juni 2015, 19 Uhr
DER HOCHGELEHRTE KAUZ

 
DIE WIR GERN IN LÜFTEN LEBEN 

Studenten der Schauspielschule lesen Texte von Karl Mickel aus der Berlinischen Dramaturgie. Mit einem musikalischen Kommentar von Friedrich Schenker und Fotos von Henrik D. F. Winkler.

»HABBEMA« Bühne der Peter-Hacks-Gesellschaft, 10405 Berlin, Mülhauser Str. 6 - Hofgebäude / Ecke Prenzlauer Allee

Im Rahmen der Arbeitsgruppe "Ästhetik" der Sektion Literatur der Akademie der Künste der DDR diskutierten 1979 mit Peter Hacks, Karl Mickel, Rainer Kirsch sowie die Literaturwissenschaftler Werner Mittenzwei und Robert Weimann anhand des Gedichtbandes "Eisenzeit" über Karl Mickels Lyrik.
In diesem scheinbar ausschließlich um die Ästhetik in Literatur und Kunst kreisenden Diskurs geraten in Zeiten tiefer Widersprüche zwischen DDR-Staatsführung und Künstlern des Landes die hellsichtigsten Köpfe aneinander: geistvoll, provokativ, verstiegen, eitel, aufklärerisch, voll welthaltiger Ernsthaftigkeit und situativer Komik.
Mickels Gedichte sind boshaft-gescheite Polemiken gegen Gewöhnlichkeit und Gewöhnung, gegen stupide Verhaltensvorgaben und verdummende Verhältnisse.
Karl Mickel war bis zu seinem Tod Professor für Deutsche Verssprache an der Hochschule für Schauspielkunst "Ernst Busch" Berlin. Sieben Studierende des 2. Semesters der HfSK, die sich zehn Jahre später mit Mickels Werk und Leben vertraut gemacht haben, begeben sich in der szenischen Lesung von Ausschnitten besagten Gespräches in diese aufregende Zeit und die außergewöhnliche Lyrik-Diskussion. Sie zeigen uns etwas höchst Seltenes: der vergnügliche Austausch von Gedanken, die Maßstäbe setzten.
Auswahl und Leitung: Kerstin Hensel

Eintritt: 10 Euro / ermäßigt 7 Euro




04. Juni  - 18. September 2011 - Ausstellungscollage Das Gras des Vergessens in der Galerie Bild Plus, Am Goldmannpark 20, Berlin-Friedrichshagen Ausstellungscollage zum 1975 erschienenen Lyrikband "Eisenzeit" von Karl Mickel ausgewählte Texte als freie Assoziationsgrundlage

 
 

Sommerabende in Friedrichshagen


        

 

Bereits im vergangenen Jahr hat uns die Galerie Bild Plus in Friedrichshagen eingeladen, im Rahmen der sommerlichen Veranstaltungsreihe "How do you do, neightbour" einen Abend mit Texten von Karl Mickel zu gestalten.


Die Galeristin Frau Eva Fiedrowicz hat sich mit den heutigen und ehemaligen Bewohnern des kleinen Vorortes von Berlin beschäftigt und im Sommer 2010 die Verlegung der ersten Stolpersteine in Friedrichshagen angeregt und organisiert. In die Suche nach den jüdischen Mitbürgern hat sie die anliegenden Schulen, Schüler und Lehrer einbezogen. Bei den Verlegungen wurde gelesen, Musik gespielt und über die Geschichte Friedrichshagens gesprochen. Zwischen dem berühmten "Friedrichshagener Dichterkreis" und den heute ansässigen Künstlern gibt es noch viel Geschichte zu entdecken. Karl Mickel war von 1960 bis zu seinem Tod auch Friedrichshagener, wir Kinder sind hier geboren und aufgewachsen.

Die Gedichte "Der See", "Die S " Bahn", "Der Wald" und "Eislauf" sind deutliche Hinweise auf Mickels Leben hier.

An Mickel erinnert allerdings keine Gedenktafel, das Bezirksamt hat Unterstützung mit dem Hinweis auf fehlendes Geld 2010 erneut abgelehnt. Die Idee Eintrittsgelder und Spenden, sowie Einnahmen aus dem Verkauf von Büchern dafür zu sammeln ist eine neue Möglichkeit, die Gedenktafel eventuell zu Mickels 80. Geburtstag 2015 zu realisieren. Für jede weitere Unterstützung sind wir dankbar.

So lasen unsere Tochter Marlen Susan Lehmann und ich am 20. Juni 2010 " dem 10. Todestag Mickels - Gedichte und Prosa mit dem Titel "Die starke Sonne schwächt die Helligkeit" zu den Themen Nachbarn, Freunde, Familie, Natur und Politik. Dass wir dabei von dem Musiker Florian Juncker und seiner Posaune unterstützt wurden, war auch für uns ein besonderes Erlebnis. Den wunderbaren Rahmen für die Lesung bildeten nicht nur das sommerliche Wetter, sondern auch die Räume der Galerie und der romantische Innenhof. Den Gästen hat es gut gefallen und uns inspirierte der Abend zu weiteren Plänen.

Der Sommer 2011 in der Galerie hat den Titel "Das Gras des Vergessens" " Ausstellungen, Lesungen, Konzerte " lockten  und locken wieder viele Gäste an den Rand von Berlin.

Unser Beitrag war in diesem Jahr viel größer und eine intensive Gemeinschaftsarbeit mit vielen Beteiligten.

Die Idee zu der szenischen Lesung brodelte und kochte seit ich die Protokolle der Arbeitsgruppe Dramatik und später Ãsthetik an der Akademie der Künste der DDR aus den 70ger Jahren unter Leitung von Peter Hacks kannte. Die Herren Keck und Merhrle von der Arbeitsgruppe Berlinische Dramaturgie bereiteten die Veröffentlichung der sicher recht vergessenen Protokolle zusammen mit der Peter Hacks Gesellschaft und dem Aurora Verlag vor.

Obwohl seit den Tagungen der Arbeitsgruppe mehr als 30 Jahre vergangen sind, haben die Gespräche nichts an Aktualität verloren und so ist es sehr interessant, sich auch heute noch mit den Inhalten zu beschäftigen.

Am 18. März 1979 sprachen dann Ulrich Dietzel, Peter Hacks, Rainer Kirsch, Werner Mittenzwei, Karl Mickel, Erika Pick und Robert Weimann über den Lyrikband "Eisenzeit" von Karl Mickel.

Die Gespräche wurden nicht  nur schriftlich protokolliert sondern auch auf Tonband aufgenommen und liegen damit vollständig vor.

Aus meiner Sicht ist das Protokoll zum Band "Eisenzeit" ein fertiges Theaterstück, eine Vorlesung in deutscher Literatur, ein sehr interessantes Stück Zeitgeschichte und ein ernsthafter Blick auf die Diskussionskultur der DDR.

Robert Weimann sagt dazu im Januar 2010:

Das Gespräch über den Band "Eisenzeit" von Karl Mickel ist den Heutigen und wohl auch den Damaligen das mit Abstand glücklichste. Getragen von Gegensatz und Übereinkunft zwischen zwei großen Talenten: Mickel und Hacks, wird hier vorzüglich über Kunst gesprochen, rundum. Am Ende frage ich mich, wie selten in der Welt " ich kenne keinen Ort " gab es einen vergleichbaren Austausch zwischen Hervorbringung und Aufnahme, Praktikern und Theoretikern der Literatur?

Im vergangenen Dezember sprach ich dann mit Frau Prof. Kerstin Hensel von der Hochschule für Schauspielkunst "Ernst Busch" über die vorliegenden Unterlagen und so entstand schnell die Idee, für die von ihr und ihren Studenten am 18. Juni 2011 gestaltete szenische Lesung unter dem Titel "Die wir gern in Lüften leben". Prof. Friedrich Schenker, wie Kerstin Hensel lange mit Mickel befreundet, erklärte sich bereit, die Studenten zu begleiten. Vor einigen Jahren lernte ich  Prof. Hartmut Fladt von der Universität der Künste kennen, er hatte ein Gedicht "Leben des Physikers. Lamento" von Mickel vertont. So lag es nahe, ihn auch um Beteiligung zu bitten. In der Zwischenzeit gibt es eine weitere Vertonung von "Kindlein am Himmelstor".

Zur Abrundung haben wir Herrn Dr. Mathias Bertram, den Nachlassverwalter von Roger Melis um Künstlerporträts gebeten, die er uns freundlicher Weise zur Verfügung gestellt hat.

Herr Henrik D.F. Winkler hat die begleitende Ausstellung mit sehr interessanten Fotos als Interpretation von Mickel Gedichten bereichert, der dazu vorliegende Katalog fand leider nicht genügend Beachtung.

So begann der Abend nach meiner Eröffnungs- und Begrüßungsrede mit den Studenten der UdK und den Erläuterungen von Prof. Fladt, dabei wurde das "Kindlein am Himmelstor" in 2 sehr unterschiedlichen Variationen gesungen. Mickel hätten Interpretation und Musik sicher sehr gefallen. Anschließend gestalteten die 7 Schauspielstudenten die szenische Lesung, begleitet von Prof. Schenker. Die wirklich jungen Schauspieler lasen aber nicht nur, sie stellten die Teilnehmer des damaligen Gesprächs dar. Der Wortwitz, die Ironie, das gegenseitige Verständnis und Interesse wurden sehr deutlich und lösten auch Gelächter aus. Dem Publikum gefielen alle Mitwirkenden, es gab großen Applaus und in der Pause  und anschließend interessante Gespräche zwischen Schauspielern und Sängern und Gästen.

Das Angebot des anwesenden Verlegers an die Schauspieler, ihren Auftritt im Herbst zu wiederholen, hat natürlich besondere Freude bei den jungen Leuten ausgelöst.

Uns hat die Zusammenarbeit mit allen Beteiligten sehr viel Spaß gemacht und wir hoffen, dass sich alle noch lange an den schönen Abend erinnern werden.

 

Ich bedanke mich bei Frau Christel Wollmann " Fiedler und Herrn Henrik D.F. Winkler für die Fotos des Abends und ihre Genehmigung sie hier einzustellen.

 

Informationen finden Sie unter

www.galerie-bild-plus.de

 

www.aurora-verlag-berlin.de

 

www.karlmickel.de

 

www.friedrich-schenker.de

 

www.kerstin-hensel.de

 

www.lehmstedt.de

 

www.wollmann-fiedler.de

 



Lesung am 20.Juni 2010 17 Uhr
"Die starke Sonne schwächt die Helligkeit" Lesung zum 10. Todestag von Karl Mickel, es lesen Tochter und Enkeltochter des Dichters
Musik Florian Juncker, Posaune

im Februar 2010
Neue Bücher, CDs, eine Rede, ein Kalender

In eigener Sache

Bereits vor Jahren haben wir bei dem Bezirksamt Köpenick einen Antrag auf die Anbringung einer Gedenktafel für Karl Mickel an dem Wohnhaus in Friedrichshagen gestellt. Zunächst wurde uns mitgeteilt, dass eine so geehrte Person mindestens 10 Jahre verstorben sein muss und dass die Tafeln eine einheitliche Optik und Gestaltung in Berlin haben sollen. 2010 wäre Karl Mickel 75 Jahre alt geworden und es jährt sich sein 10. Todestag am 20. Juni. Deshalb haben wir erneut einen Antrag an das BA Köpenick gestellt, der mit Schreiben des Bezirksstadtrates im Januar endgültig abgelehnt wurde. Grund sind natürlich die mangelnden Finanzen. Hingewiesen wurden wir auf Bürgerinitiativen im Ortsteil Friedrichshagen. Natürlich werden wir bei den Verantwortlichen vorsprechen, haben aber wenig Hoffnung auf eine Realisierung in diesem Jahr. So suchen wir Unterstützung bei diesem Projekt und sind für jede Hilfe und alle Anregungen dankbar. Ob es eine Veranstaltung, Lesung, Ausstellung in diesem Jahr geben wird, können wir noch nicht sagen. Wir werden rechtzeitig informieren.


Auch wenn keine Gedenkveranstaltung anlässlich Mickels 5. Todestages am 20. Juni und keine Feier seines 70. Geburtstages am 12. August stattgefunden hat - er mochte derartige Feste nicht besonders - stellen wir doch sehr erfreut fest, dass er nicht vergessen wurde.

In mehrere Schulbücher wurden Gedichte von ihm aufgenommen - schließen wir daraus, dass Mickels Lyrik auch unterrichtet wird. Daraus ergab sich aber in diesem Jahr ein erhebliches Problem: die Rechtschreibreform der deutschen Sprache. Darf/soll/muss ein Verlag die Gedichte nun korrigieren und somit den neuen Erfordernissen anpassen? Nach einigen Überlegungen sagen wir NEIN. Wir werden derartige Verbesserungen des Autors weder jetzt noch in Zukunft gestatten, können wir uns doch bei vielen Texten an die Entstehung erinnern: Idee, Entwurf, Verwerfen, korrigieren, umfassen, ändern - manchmal noch Jahre später. Die vorliegenden Fassungen ließ Mickel gelten, könnten wir ihn nach Änderungen fragen, erhielten wir sicher fundierte Erläuterungen oder aber einfach entschiedene Ablehnung der Korrekturwünsche. Es bleibt zu hoffen, dass die Lehrer an Schulen und Universitäten in der Lage sind, auch Texte v. RSR zu unterrichten und ihren Schülern und Studenten den Unterschied zu Texten n. RSR zu erläutern.

Auch verschiedene in diesem Herbst erscheinende Anthologien werden wieder Gedichte von Mickel enthalten.
Die Rezeption seiner Texte erfolgt häufig auch auf andere Weise.
Der in Baden-Baden engagierte Schauspieler Lorenz Liebold studierte an der Schauspielschule Rostock. Als Diplomarbeit gestaltete er die "Elektrodyssee". Diese moderne Fassung der "Odyssee" enthält neben Texten von Heiner Müller und Berthold Brecht auch eine Passage von Mickel. In diesem Sommer tourten Lorenz Liebold und Christian Kuzio durch mehrere Städte, in Berlin führten sie ihr Werk am 04. August auf der Freilichtbühne in Spandau auf.
Prof. Dr. Hartmut Fladt vertonte "Leben des Physikers - Lamento" von Karl Mickel. Die Uraufführung fand im Rahmen eines Konzertes des Hanns - Eisler - Chores unter dem Titel "Die Geister, die wir riefen" am 11. März im Saalbau Neukölln statt. Auch für 2006 sind weitere Aufführungen geplant.

Die Literaturwerkstatt Berlin stellt auf ihrer 2005 mit dem Grimme Preis ausgezeichneten Internetseite www.lyrikline.org ca. 300 Lyriker mit etwa 3000 Gedichten vor. Die Nutzung ist kostenlos, der Nutzer erfährt biographisches über die Autoren, kann die Texte lesen und bei entsprechender Technik, den Autor hören. Zum 70. Geburtstag wurde Mickel hier aufgenommen. Wir freuen uns darüber und bedanken uns beim Deutschen Rundfunkarchiv für die Bereitstellung der Tonaufnahmen, bei Gerald Zörner von gezett ( www.gezett.de ) für die zur Verfügung gestellten Fotos und natürlich bei den Mitarbeitern der Literaturwerkstatt, die alles ermöglichten.
Anfragen von Studenten zum Werk Karl Mickels erfreuen uns immer sehr, wir bemühen uns um möglichst schnelle Beantwortung. Für einen deutsch-japanischen Kulturaustausch gestalteten Studenten der Bergbauakademie Freiberg ein Plakat über sächsische Dichter. Wir konnten mit einem Foto helfen.

Drei Studentinnen einer Hamburger Universität schrieben vor zwei Jahren eine Semesterarbeit über die Sonette Mickels bei Prof. Ludwig Fischer. Ihr Gespräch mit uns wurde in der elektronischen Unizeitung veröffentlicht. Eine der Studentinnen plant nun ev. im kommenden Semester ihre Magisterarbeit über Karl Mickel zu schreiben. Wir wünschen ihr viel Erfolg und werden sie unterstützen.

Seit vergangenem Jahr in der Planung und in den kommenden Wochen sicher fertig, erscheint "Endlers Wandel" beim Verlag Ulrich Keicher. Der Text wird vervollständigt durch ein Nachwort von Adolf Endler. In der Roten Reihe erschien bisher von Mickel der Band "Aus der Anderwelt " anlässlich der Auszeichnung mit dem Christian - Wagner - Preis 1998.
Wir freuen uns sehr auf dieses Buch.

Carla Lehmann, August 2005


Bild und Kritik der Lesung vom 13. Juni 2003 in Achersleben Carla und Marlen Lehmann lesen in der Lesereihe "Zeitzeichen" im Grauen Hof zu Aschersleben,

veranstaltet von AKKU und dem Verlag UN ART IG.

Karl Mickel - DER BESUCH -
Eine Auswahl von Lyrik und Texten aus dem Nachlass hrsg. von Carla und Marlen Lehmann.

Links
Hier noch einige Links zu Internetseiten die sich ebenfalls mit unserem Vater befassen. Natürlich sind wir für deren Inhalt nicht verantwortlich, ebenso für deren Verfügbarkeit und technische Probleme...

www.gezett.de - Büro für Fotografie - Heinrich Roller Str. 24, 10405 Berlin

www.lyrikline.org - Literaturwerkstatt

Freitag 30.06.2000 Blicke Du durch - Karls Mickels gedenkend

Kulturhistorischer Verein Friedrichshagen e.V.

http://www.luise-berlin.de/Lesezei/Blz00_06/text24.htm

http://www.dla-marbach.de/kallias/hyperkuss/m-52.html

http://www.berlinonline.de/wissen/berliner_zeitung/archiv/2000/0407/feuilleton/0082/index.html